Tourismus

1
Feb

Alpen-Hot-Spot statt Bottrop. #WeloveSölden

facebook-graph-search-thumb Seit kurzem läuft im Bildungsfernsehsender ProSieben die Doku-Soap „We love Sölden„. Dabei geht’s um das exzessive Partyleben von Jugendlichen mit klingenden Künstlernamen wie „Lory Glory – die Styling-Qeen“, „Bauer – der Name ist Programm“ oder „Der Pole – Stille Wasser sind tief“ im bekannten Aprés-Ski-Ort Sölden, alias „Hotspot der Alpen„, im Tiroler Ötztal. Einen kritischen Blog-Artikel findet man dazu im un-objektiven Tirol Blog. Gedreht wurde in Kooperation mit dem dortigen Tourismusverband, die inhaltliche Verantwortung liegt bei ProSieben.

Wer die Sendung gesehen hat, darf sich die Frage stellen, wie die Touristiker bloß mit dem Bild, das dadurch vom Weltcup-Austragungs-Ort Sölden gezeichnet wird, einverstanden sein können. Oder aber wird damit ein ohnehin bestehendes Image gezielt unterstrichen? Bekanntermaßen ist Sölden nicht gerade ein Ort von Traurigkeit, doch das Niveau der Sendung ist für manche ähnlich der Außentemperatur im Sölder Winter: tief.

Ob Flop oder Höhepunkt wird sich zeigen, immerhin pflegt Sölden sein Partyimage mit einschlägigen Lokalen seit Jahren intensiv und wirtschaftlich erfolgreich. Also doch Teil einer durchdachten Marketingstrategie? Dann stellt sich mir die Frage, ob Sölden tatsächlich der Ballermann der Alpen werden will.

Wer glaubt es gibt nur negative Tweets und Kommentare, der irrt:

31
Okt

Tipps von Mister Pinterest

Pinterest ist eine Bilder-Plattform, die sich nach wie vor steigender Beliebtheit erfreut (Wie Pinterest funktioniert). Umso mehr freut es mich, dass mein ehemaliger Kursteilnehmer Hannes Wimmer zum wahren „Pinterest-Profi“ avanciert ist: Nummer 3 in Österreich mit Pinterest-Score 100, mit Repins sogar Nummer 1. Sein Pinboard “Everyone’s Creative Travel Spot” hat bereits über 105.000 Pins. Es handelt sich hier um ein Groupboard – wo Hannes Teilnehmer einlädt, Fotos auf dieses Board zu posten. Andererseits wird das Board auf den Pinterest-Seiten dieser Teilnehmer angezeigt. Dazu gehören bekannte Konzerne wie Air FranceTripAdvisorLAN Airlines oder Kuoni Travel Niederlande und mehr als 1.200 Andere. Dieses Board hat insgesamt ca. 30.000 Follower. Sein zweites erfolgreiches Board “Everyone`s Outdoor activity in the mountains” ist ebenso bei TripAdvisor, beim SKI Magazine und Triathlon Magazine u.v.m. zu finden. Auch immer mehr touristische Regionen wie das Berchtesgadner Land Tourismus oder Ahrntal-Urlaub in Südtirol haben sein Board entdeckt und verlinkt. Der international anerkannte Social-Media-Coach Jeff Bullas (pinterest.com/jeffbullas) ist mit dem von Hannes gegründeten Board “OmniChannel-Marketingverlinkt.

Für mich Grund genug, von Hannes ein paar Dinge in Erfahrung zu bringen.

Hannes, wie lange bist du schon auf Pinterest aktiv und wieviel Zeit investierst du dort?

Ich bin dort seit März angemeldet und bin von Pinterest fasziniert. Den Account habe ich eigentlich zu Studienzwecken für meine Masterarbeit angelegt. Ich konnte mich jedoch schnell mit der Funktionsweise anfreunden und bin dort sicher zwei Stunden pro Tag aktiv.

Du hast ein sehr erfolgreiches Pinboard „Everyone’s Creative Travel Spot“ erstellt mit fast 100.000 Pins. Wie kannst du dir den Erfolg erklären?

Natürlich hatte ich keine Ahnung, dass mein Board derart erfolgreich wird und von zahlreichen Brands aus der Reise- und Tourismusindustrie hinzugefügt wird. Ich habe einfach nur eines meiner liebsten Hobbies, das Reisen, thematisiert. Pinterest lebt ja von schönen Bildern und daher kommt dieses Thema dort gut an. Aber noch mehr als die Anzahl der Follower (ca. 33.000) macht mich die Anzahl der Repins stolz. Bilder, welche auf meinen Pinterest-Boards zu finden sind, wurden während der vergangenen 8 Monate weit mehr als 1 Million mal auf andere Pinterest-User-Boards gepinnt. Repins sind als das markanteste Qualitätsmerkmal einzustufen, weil es sich hier um eine Form der Interaktion mit Teilnehmern und somit potentiellen zukünftigen Kunden eines Unternehmens handelt.

Glaubst du demnach, dass Pinterest speziell für Tourismusbetriebe wichtig ist?

Ob und wie wichtig kann ich nicht genau sagen, was ich aber weiß ist, dass Urlaub und Reisen dort auf internationaler Ebene extrem verbreitet sind. Wenn man als Tourismusbetrieb Fotos von der eigenen Homepage auf den eigenen Pinterest-Account stellt, ist eine direkte Verlinkung gewährleistet. Besucher können also direkt und ohne Umwege auf die Homepage gelenkt werden und tätigen optimalerweise auch Buchungen. Die Region Südtirol bis zum Gardasee ist hier übrigens wesentlich weiter als wir in Nordtirol.

Welche Tipps kannst du für die Nutzung von Pinterest verraten?

Wichtig ist: guter Content, also wirklich gute Fotos entweder von der eigenen Homepage oder passende Fotos von fremden Homepages zu pinnen. Keine zweit- oder drittklassigen Bilder! Gut funktionieren lokale interessante Fotos, kein Abklatsch, schließlich lebt Pinterest von der Inspiration! Der Verweis oder der Link auf die eigene Homepage sollte dabei nicht vergessen werden, schließlich will man ja die Betrachter in Kunden umwandeln. Hier heißt es jedoch aufpassen, denn sobald ein Werbezweck im Vordergrund steht, verschreckt man die Leute aber über Inspiration kann man eben doch Interesse erzeugen.

Hannes Wimmer ist auf Platz 3 in Österreich

Für welche Branchen eignet sich Pinterest besonders?

Neben Reisen für vorallem Home-Decor, Design, Woman-Bekleidung und Schmuck, fast nur B2C, kaum B2B-Unternehmen. Wichtig für Unternehmen denke ich ist die Frage: „Passt die Plattform zum Unternehmen“? Wenn ich ein Schraubenshop bin, wahrscheinlich nicht. Außerdem ist es nicht unwichtig zu wissen, dass 70% der Pinterest-User Frauen sind. Fügt man einem Pin einen Preis in $ hinzu, so wird automatisch ein Pricetag erstellt und das Bild wird unter der jeweiligen Geschenke-Rubrik gelistet.

Du hast ja eine Arbeit über Pinterest geschrieben, kannst du uns mit ein paar Hintergrund-Infos versorgen?

Der US-Online Händler Bottica hat veröffentlicht, dass Pinterest pro Link mehr erwirtschaftet als Facebook: 180 $ versus 85 $. Pinterest hat nach YouTube die höchste Verweildauer und bietet vor allem Kaufinspiration durch Bilder. Es gibt 1,9 Milliarden Pageviews pro Monat. Pinterest ist auf Platz 38 der meistbesuchten Webseiten weltweit, auf Platz 15 der meist besuchten Webseiten der USA und hat 23 Mio. Nutzer. Die Viralitätswahrscheinlichkeit ist durch einfache Bedienbarkeit gewährleistet – bei Pinterest werden bis zu 80% der Pins repined, im Vergleich bei Twitter nur 1,4 % retweeted (Quelle: Hubspot). Es ist eine zielgruppenoriente Vernetzung möglich – sehr beliebt ist z.B. das Thema „Hochzeit“, wobei man immer einzelnen Boards folgen kann oder einem ganzen Account. In Österreich, oder Europa sind jedoch noch relativ wenig User bei Pinterest.
Vielen Dank, Hannes und weiterhin viel Erfolg beim Pinnen!

 

Hannes „mounthagen“ Wimmer auf Pinterest

ZoomSphere (Monitoring)

Marco Wegleiter auf Pinterest

27
Jun

Nimmt Facebook Tourismus-Seiten den Namen weg?

Demnächst werden in Deutschland (und wohl auch in absehbarer Zeit in Österreich) viele Städte ihre bisherigen Seitennamen verlieren, so wie es bereits München ergangen ist. Facebook begründet diesen Schritt damit, dass ein geografischer Ort niemandem gehört. Die Betreiber der München-Seite haben von über 400.000 Fans ohne Vorwarnung (!) Abschied nehmen und eine neue Seite erstellen müssen. Die Facebook-Seite „München.de“ immerhin schon über 336.000 Fans. Der Nutzername durfte beibehalten werden: https://www.facebook.com/muenchen. Warum nicht gleich auch Facebook verzichten? Das will und kann heutzutage kein moderner Ort mehr. Dazu passend im aktuellen Artikel auf Zeit Online:

«Nicht auf Facebook zu sein, ist für uns keine Option.» Torralf Köhler, Sprecher des Portals Hamburg.de

Die nächste Stadt ist laut Spiegel.de, Berlin. Dort geht’s dann schon um 1,4 Millionen Fans. Facebook möchte nun plötzlich nicht mehr, dass sich Tourismusvermarkter oder politische Vertreter Seiten von Städten einverleiben. Irgendwie nachvollziehbar, denn wem gehört ein Ort? Dem Tourismus? Der Politik? Den Bürgern? Niemandem? Am ehesten wohl dem, der dafür zahlt, also doch den Bürgern! Oder doch einer Community? Das alles ist Facebook Wurscht, es hat seine eigenen Regeln. Andererseits erhalten die Fans mit Sicherheit mehr Service und Information von touristisch betriebenen Seiten, als wenn Facebook diese selbst betreibt. Der Ausweg aus der Misere ist gar nicht so schwer: einfach die Seite umbenennen!

Tourismusorte sind gespannt

Viele Touristiker in Österreich werden sich daher die Frage stellen, ob Facebook hier gleich wie in Deutschland vorgehen wird. Gerade in Tourismus-Hochburgen wie Tirol sind viele Orts-Seiten naturgemäß automatisch jene vom Tourismusverband. Der Artikel in der Online-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung weist ebenfalls darauf hin:

Auch in Tirol betreiben Tourismusverbände oder Gemeinden Seiten, die nach Orten oder im Fall Innsbrucks nach einer Stadt benannt sind, mit teilweise beträchtlichen Fan-Zahlen. Der Tourismus-Ort Ischgl erreicht über seine Facebook-Seite „Ischgl“ beispielsweise über 37.000 Personen.

Ob Städte nun auch den Nutzernamen ändern müssen – bei München war dies ja nicht der Fall – bleibt abzuwarten. Denn damit wäre auch ein gewisser Aufwand verbunden, vor allem wenn man die Adresse auf Printmaterial verwendet hat.

Exkurs: Facebook-Webadressen selbst ändern (neu)

Wer Facebook vorgreifen möchte und Nutzernamen selbst ändern möchte, kann dies nun einmalig tun. Nur bei persönlichen Profilen konnte man bis dato den Nutzernamen (auch „Vanity-URL“ oder „Facebook-Webadresse“) ändern. Facebook unterscheidet zwischen Nutzernamen und Seitennamen. Ein Beispiel für einen Nutzernamen wäre „Innsbruck“, also der letzte Teil der vollständigen Internetadresse der Facebook-Seite (https://www.facebook.com/Innsbruck), die in der Adresszeile des Browsers steht. Der Seitenname hingegen lautet in diesem Fall „Innsbruck – Tyrol (Austria)“ und steht groß unter dem Titelbild einer Seite. Beide Namen können völlig unabhängig voneinander gewählt werden. Der Seitenname kann nur bis zu maximal 200 „Fans“ („Gefällt mir“) geändert werden. Bei den Städten wird es wohl eine Ausnahme geben müssen. Der Nutzername hingegen kann seit heute (27.6.2012) einmalig geändert werden – wie eben schon bisher bei Personen-Profilen. Dazu geht man in den Admin-Bereich unter „Allgemeine Informationen“ – „Change username“.

Copyright Innsbruck Tourismus, Facebook.

 

Auszug aus den Nutzungsbedingungen für Facebook-Seiten (Stand: 29. Februar 2012):

A.    Seitennamen und Facebook-Webadressen

Seitennamen und Facebook-Webadressen müssen die Seiteninhalte genau wiedergeben. Wir können deine administrativen Rechte entfernen bzw. von dir verlangen, den Seitennamen und die Facebook-Webadresse für jede Seite zu ändern, die diese Bedingung nicht erfüllt.
Seitennamen müssen folgende Bestimmungen einhalten:
i.    Sie dürfen nicht nur aus allgemeinen Begriffen bestehen (z. B. „Bier“ oder „Pizza“);
ii.    Sie müssen richtige, grammatikalisch korrekte Großschreibung verwenden und dürfen nicht ausschließlich Großbuchstaben enthalten, mit Ausnahme von Akronymen;
iii.    Sie dürfen keine Zeichen oder Symbole, wie besispielsweise überflüssige Satzzeichen und Handelsmarkenbezeichnungen, verwenden; und
iv.    Sie dürfen keine überflüssigen Beschreibungen oder unnötigen Vermerke enthalten.

Apropos Innsbruck…

Da war doch mal was! Vor ungefähr zwei Jahren gab es bereits einen ähnlichen Fall in Innsbruck. Damals sind die 10.000 Fans einer privat gegründeten Seite über Innsbruck kurzerhand „abhanden“ gekommen. Aber jetzt kommt’s: die sind nicht zu Facebook selbst gewandert, sondern wurden von Facebook der Seite des Tourismusverbandes zugeteilt. Zumindest wenn die Vermutung von Hannes Treichl, dem Gründer der Seite, richtig ist. Die Seite hatte ursprünglich den Seitennamen „Innsbruck (Tirol, Austria)“ und war unter dem Nutzernamen https://www.facebook.com/Innsbruck direkt erreichbar. Nach der Aktion war der Nutzername mit der Seite von Innsbruck Tourismus „Innsbruck – Tyrol (Austria)“ verknüpft und die alte Seite wurde gelöscht. Lesenswert dazu ist auch der Beitrag vom Rechtsexperten Dr. Carsten Ulbricht.
So wird’s gemacht

Fazit

Mich erinnert das zudem ein wenig an den „Domainstreit“ zwischen Tiscover und den Tourismusverbänden vor mehr als zehn Jahren. Man stelle den Nutzer, der nicht zwingend Marketing- und Werbeempfänger sein will, in das Zentrum der objektiven Betrachtung. Es ist mit Sicherheit nicht so, dass jeder Nutzer einer Seite automatisch touristische oder politische Informationen haben möchte. In stark touristischen Tiroler Orten mag das vielleicht anders sein. Aber dennoch sind viele Nutzer wahrscheinlich mehr an einer Community und weniger an Werbung interessiert. Ob Facebook auch so denkt, wage ich zu bezweifeln. Aber die Vorgangsweise würde dafür sprechen. Vielleicht möchte Facebook andererseits damit nur die Werbeanzeigen ankurbeln, denn die Städte-Seiten haben die vielen Fans wahrscheinlich weitgehend ohne Ads erhalten. Die Lösung ist dennoch denkbar einfach: man spielt mit offenen Karten und deklariert seine Seite von vorn herein als das was sie ist: eine interaktive Plattform für Touristen, Bürger, Konsumenten, oder eben dem Zweck, dem sie dienen soll. Das wäre nicht nur hilfreich für die Nutzer sondern obendrein sogar regelkonform. München und Innsbruck sind bestimmt nur einzelne Beispiele die zeigen, wie Facebook auch bei Unternehmens-Seiten nach Belieben schaltet und waltet. Ja dürfens denn das? Ja, dürfen schon. Daher ist von voreiligen Aktionen und Änderungen abzuraten, zumal Facebook für rasche Regeländerungen bekannt ist…

Links

23
Apr

Roadshow „Mega-Trend eTourismus“

Die Roadshow „Mega-Trend eTourismus“ des AK eTourismus der WK-Tirol findet vom 23.-25. April 2012 in Schwaz, Landeck und Kitzbühel statt. Ziel der Veranstaltungen ist es, Tourismusbetriebe über aktuelle Trends im eTourismus zu informieren und gemeinsam mit dem Publikum zu disktutieren. Dabei wurden die Schwerpunkte der „Customer Journey“ –  1. Vor der Reise, 2. Während der Reise und 3. Nach der Reise dargestellt und mit den jeweiligen Aktivitäten der Gäste erklärt.

Einige Fragen aus dem Publikum in Schwaz, Landeck und Kitzbühel:

  • Wird die Nutzung von Facebook weiter zunehmen? Viele Gäste sitzen nur mehr im Lokal und nutzen ihre Smartphones anstatt sich zu unterhalten und was zu bestellen!
  • Was ist der Unterschied zwischen einer mobilen Website und einer App?
  • Ist Google+ relevant für die Google-Suchergebnisse?
  • Unser Geld geht mit diesen ganzen Dienstleistungen in die Industrie! Wir haben Tiscover mit unseren Beiträgen aufgebaut und dann wurde es verkauft! Ihr wollt doch alle nur etwas verkaufen!
  • Wie ist der richtige Umgang mit Kritik auf Hotel-Bewertungsportalen oder Facebook?
  • Wie schaffe ich es, bei der organischen Suche bei Google auf der ersten Seite gelistet zu werden?
  • Wie kann ich Bewertungen bei Bewertungsplattformen als Betrieb kommentieren?
  • Wie kann man bei Facebook einchecken?
  • Welche Rolle spielt Google+ im Tourismus?
  • Wie komme ich in die organischen Suchergebnisse bei Google?