Social Media Best & Worst Practices

Viele kennen bereits Social Media Marketing und möchten dies auch für ihr Unternehmen nutzen oder zumindest mal ausprobieren. Schließlich ist Social Media der Online Marketing Trend. Dabei stellt sich oft die Frage: Was genau soll ich machen? Anstatt eine Strategie zu entwickeln wird einfach sicherheitshalber losgelegt, fast schon nach dem Motto Dabeisein ist alles. Man legt sich eine Facebook-Seite zu und registriert einen Twitter-Account und startet einen Blog. Nach kurzer Zeit stellen sich bereits erste Anzeichen von Erfolg ein, die Anzahl der Fans wächst mehr oder weniger (bis zu einem gewissen Level)… Mich erinnert diese Vorgangsweise an die Anfänge des World Wide Webs Mitte der 90er, wo viele eine Webseite um der Webseite willen erstellten. Einige waren noch dazu im Handumdrehen nebenberufliche Webdesigner (Versicherungsvertreter, Banker, Techniker, etc.).

Erfreulicherweise beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit den Herausforderungen und Chancen der Teilnahme an Social Media. Viele sehen dabei Social Media nicht als Ziel, sondern viel mehr als Indikator für das Verhalten der Konsumenten, unterstützt durch die Technologie. Erfolgreiches Social Media Marketing baut eben nicht auf irgendwelchen Tools auf, sondern Social Media Marketing baut auf die Leute auf die daran teilnehmen!

Beach

Es gibt Unternehmen die Hilfe bei ihrer Social Media Strategie benötigen. Andere haben überhaupt keine Vorstellung über die Herangehensweise und möchten den Fokus erstmals auf Ausbildung ihrer Mitarbeiter oder die Erfolgsmessung legen, bevor sie sich mit den speziellen Tools befassen.

Zusammengefasst geht es darum, Social Media ganzheitlich, strategisch und konzeptionell einzusetzen. Einzelaktionen sind meist nur kurzfristig – wenn überhaupt – erfolgreich.

Um mehr Einblicke zu vermitteln was man bei Social Media Marketing alles richtig und falsch machen kann, habe ich – wie hier versprochen – die Beispiele von Lee Odden vom Online Marketing Blog zusammengefasst und teilweise etwas getuned:

Social Media Best Practices

  • Start mittels Plan, nicht Taktik

    Entwickeln Sie eine Social Media Roadmap, die Publikum, Ziele, Strategie, Taktik, Tools, Technologie und Messgrößen beinhaltet. Gebe um zu bekommen – erfolgreiche Social Media Marketing Programme entstehen aus Zuhören und Teilnehmen. Zentrales Element ist es, zu geben ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten. Hierbei geht es nicht um direkte Verkäufe, jedoch können Unternehmen definitiv als Folge ihre Umsätze steigern.

  • Zielgebundene Messgrößen

    Und die Ziele sollen relevant für den Kanal sein. Viele Unternehmen sehen erfolgreiche Social Media Aktionen, von Superbowl-Werbungen auf YouTube bis zur Teilnahme an Obamas Kampagne, und sagen sofort will haben! In erster Linie wird Social Media Marketing dabei gerne mit der Direktmarketing-Brille gesehen: Aktion A resultiert in Ergebnis B. Social Media Marketing funktioniert aber eigentlich mehr wie PR, als wie Direktmarketing. Es ist mehr wie: die Ergebnisse der Ressource A in die Aktion B zu geben die wiederum Ergebnis C beeinflusst. Messgrößen für den Erfolg müssen sowohl zielrelevante Kennzahlen, wie Anzahl der Freunde, Kommentare, Links, etc., als auch wirtschaftliche Ergebnisse berücksichtigen, die durch die Teilnahme an Social Media beeinflusst wurden.

  • Bereitstellung von Ressourcen

    Es ist wichtig personelle Ressourcen, Aufwände, Eventualitäten vorauszusehen und einzuplanen. Experimentieren ist zu wenig. Ein erfolgreiches Social Media Programm kann durch Skalierbarkeit auch zu einer sehr großen Belastung werden, wenn man nicht entsprechend plant. Hier ist eine gute Vorbereitung entscheidend.

  • Transparenz mit Absichten und Identität

    Ansonsten wird das Zielpublikum sehr schnell abgeschreckt. Ziele, Strategie und Einarbeitung verdeutlichen sehr rasch welche Botschaften in einer Community akzeptiert werden. Beispiel: Marke XYZ hat diese Facebook-Seite angelegt um Konsumenten zu helfen bessere Entscheidungen über das Thema XYZ zu treffen. Es ist OK wenn man darauf abzielt den Umsatz zu steigern, jedoch sollte man die Teilnahme darauf abstellen zuerst einen Mehrwert zu liefern der dann die Umsätze ermöglicht – und nicht auf direktem Weg zu verkaufen.

  • Botschaften verstehen, statt sie zu kontrollieren

    Alte Praktiken sterben nur langsam und so gibt es einen Tendenz die Teilnahme an Social Media gleich wie Werbung zu behandeln, wo es um das Kontrollieren der Botschaften geht. Ist eine Information einmal im Social Web, wird diese von den Leuten unausweichlich entsprechend deren Interesse breitgetreten, verzerrt und umgestaltet. Marken müssen klarerweise ihre Identitäten, Urheberrechte und ihre geistiges Eigentum schützen. Viel mehr als die Botschaft zu kontrollieren sollte das Marketing zum Umgestalten und zur Kreativität, also zur aktiven Teilnahme der Kunden, animieren.

  • Forcierung von Teilnahme, Feedback und Mitgestaltung

    Während es immer einfacher wird am Social Web teilzunehmen, haben Unternehmen nun die Möglichkeit die Teilnahme an der Kommunikation zu forcieren, speziell mittels Evangelisten. Die Entwicklung von wechselseitigen Beziehungen und Social Communities im Web kann Käufe, unbezahlbares Feedback und Gelegenheiten für Crowdsourcing ermöglichen.

Social Media Worst Practices

  • Schwindeln

    Einst haben Unternehmen wie Walmart und Sony versucht ihre Kunden zu beschwindeln indem sie ihren Kunden glaubhaft machen wollten, Konsumenten-Seiten wie der Sony PSP Blog oder der Walmart Across America Blog wurden von Marken-Evangelisten geschrieben. Beide Unternehmen haben aus ihren Fehlern gelernt und betreiben nun Social Media Seiten, die vielen Best Practice Beispielen von oben folgen. Manche sagen, Fehlermachen bei Social Media ist ähnlich wie der Schritt ins Erwachsenenleben.

  • Nicht zuhören

    Wie soll man etwas lernen wenn die Information nur in eine Richtung fließt? Zuhören ist eindeutig die allerwichtigste Lektion beim Lernen über Social Communities im Web. Es ist zwar wichtig loszulegen aber noch viel wichtiger ist es regelmäßig die Gespräche, Stimmungen, und Meinungen zu beobachten und die Einflussgrößen zu identifizieren. Glücklicherweise gibt es dazu genügend Tools zur Auswahl.

  • Formelle und ungeschriebene Regeln nicht wahrnehmen

    Es zahlt sich aus in Social Communities sich zu Beginn etwas versteckt zu halten, vor allem wenn man geschäftliche Absichten hat. Man sollte auf der Social Media Reise anstreben, die lokale Sprache der Community zu sprechen, wenn man Brand Identiy und Kundenbeziehungen verbessern will. Social Networks, News, Webseiten haben alle Teilnahmerichtlinien, Communities hingegen haben eigene Verhaltensregeln die nur durch Beobachten und Teilnehmen verstanden werden können. Diese Regeln zu ignorieren endet meist in der Distanzierung der Community.

  • Aufdringliches und stark verkaufsorientiertes Kommunizieren

    Und das Erwarten von traditionellen Marketing Resultaten sind typisch für Unternehmen die Social Media Communities einfach als inhaltliche Distributionskanäle für existierende Marketing Programme sehen. Dabei sind aufdringliche Werbebotschaften und Angebote in den meisten Social Communities absolut tabu. Freunde und Gleichgesinnte akzeptieren kein störendes Verbreiten von Botschaften. Stellen Sie sich vor, Sie unterhalten sich während einer Party über Ihren Lieblingsfilm und plötzlich unterbricht Sie jemand um Ihnen etwas zu verkaufen. Social Media Marketing ist nicht Werbung. Verbreiten Sie einfach die Art von Information die ihren Kunden etwas bringen um damit indirekt Verkäufe zu generieren.

  • Nutzung von Social Media als Silos

    Viele Unternehmen versuchen Social Media mit individuellen Webseiten zu nutzen, anstatt es gemeinschaftlich zu versuchen. Als Beispiel wäre etwa ein Unternehmen das einen Blog mit einer Abteilung startet während eine andere Abteilung etwas auf Facebook macht und wieder eine andere erstellt eine Gruppe auf LinkedIn oder Ning. Das Nicht-Zusammenarbeiten ist ineffizient und kann vermischte Botschaften für die Konsumenten erzeugen, die auf mehreren Social Media Seiten aktiv sind. Es heißt ja auch Social Media Marketing und nicht Asocial Media Marketing.

  • Keine Messgrößen für den ROI

    Entscheider in Unternehmen müssen Bedacht auf die Effektivität, den Return-On-Investment, nehmen, um grünes Licht für Social Media Marketing geben zu können. Es ist unerlässlich, dass eine Social Media Strategie einen Mechanismus beinhaltet um deren Wert zu messen. Dies können Kennzahlen (KPIs) in Bezug auf gesteigerte Wahrnehmung, Verkaufskontakte, Kosteneinsparungen, etc. sein. Unabhängig wie der Wert bestimmt wird, Social Media muss sich als profitabler Marketing Kanal rechtfertigen.