L2: Community mit Nervenkitzel

Ein schönes Social Marketing Beispiel für den Aufbau einer Community ist die erste Doppellooping Wasserrutsche der Welt – die L2 in den Wörgler Wasserwelten – wave in Tirol. Dieser Wahnsinn mit Raketenstart hat kürzlich seine Pforten geöffnet und bemerkenswertes Medieninteresse, vor allem bei deutschen Fernsehstationen, ausgelöst. Und das aus gutem Grund: 14 Meter freier Fall, 65 km/h, 3G Belastung, sowas gab’s noch nie. Da muss man schon etwas verrückt sein, um das freiwillig über sich ergehen zu lassen. Doch was hat das mit Social Media zu tun? Die L2 – der Name ist angelehnt an den Achttausender K2 – ist meiner Meinung nach nicht nur eine ganzjährige Tourismusinnovation sondern auch ein Beispiel, wie man eine Offline-Community geschickt in eine Online Community übertragen und mitgestalten kann. Auf Facebook, YouTube, Twitter – der Chef macht’s persönlich – und der Webseite vernetzen sich die mutigen Rutscher.

Foto: Wörgler Wasserwelt – Foto Ascher

Ich habe mich mit Geschäftsführer Andreas Ramsauer (Wave – L2) und Markus Erler (Spectrum Werbeagentur) über die L2 in Hinblick auf Social Media unterhalten:

Wieviel hat die einzige Doppellooping Wasserrutsche der Welt gekostet?

AR: Die Kosten der Erweiterungen im Wave betrugen 1,5 Mio. € wobei die L2 davon rund 1 Mio. € ausgemacht hat!

Was erwartet ihr euch von der L2 in Hinblick auf das Geschäft?
ME: Das Wave ist das ganze Jahr geöffnet und mit ca. 270.000 Gästen pro Jahr neben den Swarovski Kristallwelten in Wattens der größte Tourismusmagnet in der Region. Wir erwarten uns ein Besucherplus von ca. 40.000 pro Jahr, wobei wir alleine im April schon eine Steigerung von 7.000 Besuchern im Vergleich zu April 2009 verzeichnen konnten.

Ihr seid in internationalen „klassischen“ Medien stark vertreten, wie kam es dazu?
ME: Dies ist zum einen die Einzigartigkeit des Doppelloopings und zum Anderen eine langfristige und Planung der Medienarbeit. Nach dem „Presserutschen“ mit zahlreichen lokalen und regionalen Medien aus Print, TV und Radio, konnten wir kürzlich auch Pro7, RTL und Kabel1 im Haus begrüßen.

Ihr habt schon vor der Eröffnung via Blog, Twitter und Facebook mit euren Gästen kommuniziert, warum?
ME: Wir wollten unsere Kunden über den Baufortschritt auf dem Laufenden erhalten, der Bau einer solchen Rutsche ist ja nichts Alltägliches. Die Social Networks sind natürlich ein wichtiges Medium um uns mit unserer Hauptzielgruppe zu vernetzen und sind Teil eines Gesamtkonzeptes. Ein weiterer Teil davon war auch die Wildsau-Aktion, bei der wir den mutigsten Rutscher – „die Wildsau“ – von der Community anhand der Bewertungen des Rutschvideos bestimmen ließen.

Wie funktioniert das mit den Rutschvideos?
AR: Wir erstellen von jedem Rutscher mit unserem „Video Ride Shot System“ ein Video, das via Code auf diewildsau.com angesehen und verschickt oder direkt auf YouTube gepostet werden kann. Demnächst übrigens auch mit Ton, damit die Schreie hörbar sind.

Was erwartet ihr euch von eurem Social Media Engagement?
ME: Die L2 soll auch viral und online leben und deshalb ist die Community ein wichtiger Faktor. Wir wollen einfach die unglaublichen Emotionen nach dem Rutschen einfangen und weitere Besucher dadurch gewinnen.
AR: Die Rutscher können ihre Videos zusätzlich mit coolen Effekten anpassen, ganz nach dem Motto „pimp your video“. Diese können neben den normalen Videos am „Walk of Fame“-Wettbewerb teilnehmen. Dort können die Videos kommentiert und bewertet werde, der „Rutscher des Monats“ mit den besten Bewertungen gewinnt bares Geld.

Welche Erfahrungen habt ihr bereits mit der L2 gemacht?
AR: Das Ganze hat momentan eine große Eigendynamik und unsere Gästeschicht hat sich jedenfalls erweitert, so haben wie viel mehr jüngere Leute. Dies zieht auch andere Investitionen im Gastronomiebereich mit sich.
ME: Wir vermarkten das Wave bereits seit 2003 und haben mit unseren Kampagnen immer wieder starkes mediales Echo erreichen können. Wir sehen die online Aktivitäten als Verlängerung der Rutsche vor Ort.

Habt ihr durch Social Media mehr Gäste?
ME: Das ist ist eine Henne-Ei-Frage. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Online Aktivitäten inklusive dem Social Media Engagement positive Auswirkungen auf Imagebildung, Bekanntheit, Gästezuwachs, etc. hat.  Dazu gehört natürlich auch die ganze Kommunikation im TV- und Printbereich.  Man kann nicht einfach separieren und sagen warum die Gäste kommen und wie sie auf die L2 aufmerksam wurden. Das Social Media Engagement für die L2 ist für uns jedenfalls ein wichtiger Teil integrierter Kommunikation für das Wave.

Vielen Dank für das Gespräch!

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