2010: Einchecken mit Foursquare, Brightkite & Gowalla

Der Boom von Smartphones mit eingebauter GPS-Funktion und großen Screens bringt (neue) Social Networks mit ortsbezogenen Diensten – Local Based Social Networks – mit sich. Diese wären etwa Foursquare, Brightkite oder Gowalla. Diese Dienste haben momentan sehr hohe Wachstumsraten, vor allem in den USA und sind deshalb (vorerst?) alle nur auf Englisch verfügbar. Um was geht es? Es werden Meinungen und Tipps von Nutzern zu bestimmten Angeboten mit den lokalen GPS-Daten verknüpft wodurch diese eine neue Dimension erhalten. Die Nutzer profitieren von den Tipps zu verschiedenen Dingen von Leuten die bereits an dem Ort waren wo man eingecheckt hat. Zum Beispiel welcher Cocktail in der Bar am besten schmeckt. Man kann ortsbezogene und persönliche Empfehlungen geben und erhalten. Dies funktioniert natürlich freiwillig – trotzdem wahrscheinlich ein Fressen für Datenschutz-Freaks.

foursquare, birghtkite, Gowalla @iPhone

Der Clou: „check-in“

Ich gehe durch die Stadt, zücke mein iPhone, starte die Foursquare-App. Das iPhone erkennt dank GPS wo ich mich befinde und dadurch weiß ich wo sich in meiner Nähe ein Hotel befindet. Bin ich dort, kann ich mit der App „einchecken“. Das bedeutet nicht etwa, dass ich nun bereits ein Zimmer beziehen kann – soweit ist der Dienst noch nicht – jedoch erhalte ich nun Tipps zum Hotel und zu Angeboten und interessanten Sachen in meiner Nähe. Woher kennt Foursquare dieses Hotel? Ganz einfach: jemand hat dort bereits ein Profil angelegt, ansonsten könnte ich dies sofort selbst tun. Zusätzlich wird ein Google-Layer verwendet. Diese Statusmeldung kann ich auch zu Facebook und Twitter senden und so meinen Standort publik machen.

2010 wird das Jahr des Eincheckens mit Local Based Social Networks

Anwendungsmöglichkeiten nicht nur im Tourismus

Weiters gibts es bei den verschiedenen Netzwerken unterschiedliche Anreizsysteme für die verschiedene Aktivitäten. So kann man Punkte und Badges sammeln oder Mayor einer Bar werden, wenn man der ist, der am öftesten dort eincheckt. Der Mayor könnte dann einen Gratisdrink an der Bar erhalten, vorausgesetzt der Wirt erkennt die Möglichkeiten und spielt mit. Ein Anbieter einer Dienstleistung könnte natürlich Kunden die bereits in der Nähe seines Geschäftes sind mit Sonderangeboten anlocken. Eine innovative Sache – da wäre der Tourismus nur eine von vielen Anwendungsgebiete!

Warum werden diese Dienste Erfolg haben?

Die Nachfrage nach Smartphones ist ungebrochen hoch, trotz höherer Kosten im Vergleich zu normalen Mobiltelefonen. Weiters wird Apple mit seiner neuen OS 4.0 Version und dem Apple iPhone 4G, Multitasking einführen, das viele neue zusätzliche Möglichkeiten in Zusammenhang mit lokalen Diensten bringen wird. Man darf davon ausgehen, dass wenn Facebook und Twitter auf diesen Zug aufspringen – und das tun sie bereits – ein gewisses Potenzial da ist. Die technischen Möglichkeiten sind also vorhanden, schlussendlich kommt es – wie sooft – auf die Qualität der Daten an und die hängt von der Bereitschaft der Nutzer ab, anderen weiterzuhelfen sowie einer gewissen Neugier. Jedenfalls ist dieses Thema sehr heiß: wie ich eben im Hotel Newsroom von Thomas Hendele gelesen habe, sind Facebook und Microsoft an Foursquare interessiert, ein 100-Millionen-Dollar-Angebot von Yahoo wurde jedoch bereits vom Foursquare-Gründer Dennis Crowley ausgeschlagen…

Endgeräte, Software und Netzwerke sind also vorhanden, bleibt nur noch zu hoffen, dass sich endlich leistbares Datenroamingdurchsetzt!