Die meisten Facebook-Seiten Betreiber sind stolz wenn sie eine möglichst viele Fans, oder im Fall Twitter, Follower haben. Die Anzahl der Leser eines Blogs ist dagegen schon weniger transparent. Vielfach wird auch auf banale Weise aufgefordert „Wir brauchen 1.000 Fans! Bitte weitersagen!“. Bei solchen marktschreierischen Ansagen frage ich mich dann meistens: wozu braucht ihr denn 1.000 Fans? Da empfiehlt es sich schon eher Anreize und Mehrwerte zu bieten und auf den Schneeball-Effekt von Social Media zu setzten. Außerdem, was bringen mir 1.000 Fans wenn ich nicht weiß was ich damit machen soll? Was bringen mir 1.000 Fans wenn diese nur dabei sind, damit sie eben dabei sind, also quasi Fan zum Selbstzweck? Was ist mit der Qualität von Fans? Andererseits ist es nun einmal so, dass eine Facebook-Fanseite, ein Blog, ein YouTube-Video, etc. attraktiver auf neue Besucher wirkt wenn mehr Teilnehmer vorhanden sind und dadurch automatisch mehr Kommunikation stattfindet. Meiner Meinung nach werden sich jedoch früher oder später nur jene Social Media Auftritte durchsetzten, die auch wirklich Anreize und Mehrwerte bieten und eine Community aufbauen und einbinden anstatt nur Fans sammeln. Damit meine ich die Apples unter den Unternehmen.

Wer viele Fans hat, besitzt noch längst keine Community.

Einen werbetechnischen Ansatz hinsichtlich dem monetären Wert von Facebook-Fans schreibt Adam Goldberg in seinem Blogpost – hier zusammengefasst und mit aktuelleren Zahlen:

Bedeuten mehr Fans nicht automatisch mehr Verkäufe? Wenn das der Fall wäre, dann würde Lamborghini (1.000.000 Fans auf verschiedenen Facebook-Seiten) mehr Autos verkaufen als Toyota (100.000 Fans auf verschiedenen Toyota-Facebook-Seiten). Faktum ist, dass Toyota im Jahr 2009 rund 7,6 Mio. Fahrzeuge verkauft hat und Lamborghini im Vergleich gerade mal 2.500. Ein Unterschied von über 300.000 Prozent. Die Anzahl der Fans korreliert also nicht mit den Verkäufen, oder anders gesagt, ein Fan bedeutet nicht automatisch Umsatz.

Warum wird man überhaupt Fan von etwas? Wunsch nach Ausdruck der Persönlichkeit, positive Erlebnisse mit Produkten oder Dienstleistungen teilen (z.B. Urlaub), andere Anreize (z.B. Gewinnspiele, Information, …). Beim zweiten Grund kann man noch zwischen Fans unterscheiden, die sich niemals einen Lamborghini leisten werden können, und solchen die sich ein Produkt sehr wohl irgendwann leisten werden können, wie etwa Fans von Apple. Und bei dieser Gruppe hat man am ehesten die Chance, Teilnehmer in Kunden umzuwandeln. Weiters gibt’s noch ein Rechenbeispiel, damit man Zahlen hat, für alle die das brauchen.

Weiterer Linkttipp: search engine land.

  • Wahre Worte. Es kommt eben auf die Qualität der Fans an. Je interessierter und gebundener sie an das Unternehmen sind, desto mehr kann man mit ihnen machen. Hohe Werte sind immer schön, aber am Ende zählt doch der Gewinn, alle anderen Zahlen können beliebig sein.