AREA 47: Europas größte Adrenalin-Community

Was befindet sich am 47. Breitengrad und 11. Längengrad? Diese Koordinaten stehen für das Top-Tourismusprojekt in Tirol seit Jahren. Es handelt sich dabei um die AREA 47, Europas größter Abenteuer-Spielwiese. Das sind nicht weniger als 66.000 m² Adrenalin am Eingang des Ötztales für trendige, sportliche und – wohl auch etwas verrückte – Besucher. Grund genug, mir das näher anzusehen, zumal an diesem Wochenende das Big Opening stattfindet mit internationalen Stars wie The Commitments, Livingston und den Simple Minds (16. Juli 2010).

Chris Schnöller, AREA 47

Chris Schnöller, AREA 47

Ich habe mich mit Marketing-Man Chris Schnöller getroffen, um mit ihm über das  AREA 47-Engagement in Social Media zu unterhalten. Selbst dieses Interview war gewissermaßen actionreich und fand in einem etwas ungewöhnlichen Rahmen statt – auf der Ladefläche eines Jeeps während der Fahrt zu einem Möbelhaus, um in letzter Sekunde eine Couch für die Commitments zu beschaffen. War recht amüsant und passte auch irgendwie dazu!

Chris, wie schaut die Zielgruppe der AREA 47 aus?
Es sind Leute aller Altersklassen, sowohl Familien als auch Jugendgruppen die eine sportliche Party feiern wollen, Sport und Unterhaltung sind dabei die Themen.

Warum verwendet ihr soziale Netzwerke?
Das ist die Zukunft – noch spricht man vielleicht eher ein jüngeres Publikum an. Jedoch wächst dieses Publikum mit Web 2.0 auf und es wird sie ein Leben lang begleiten, beziehungsweise dann das Web 3.0. Die Junge Generation wächst damit auf, so wie wir damals mit dem Farbfernsehen groß geworden sind. Wir möchten die heutigen Jungen in zehn Jahren erreichen können. Zudem ist es eine Möglichkeit in kurzer Zeit eine Menge an Leuten zu erreichen und Neuigkeiten zu verbreiten.

Wie hoch ist der Anteil von Social Media im Vergleich zur gesamten Kommunikation?
Das ist eine Frage der Reichweite. Im ersten Jahr haben wir sicher einen starken Präsenz in klassischen Medien, wie Print, TV, Online und Werbung weil einfach die Presse vorhanden ist. Bei den tagesaktuellen Themen hingegen ist der Anteil bereits bei 60 Prozent auf Social Networks.

Habt ihr eine Strategie dahinter oder bloggt ihr einfach drauf los?
Ich arbeite auch im Marketing bei den Bergbahnen in Sölden und beschäftige mich daher schon seit drei Jahren mit Social Media. Ich habe mir dort unter anderem durch die Plattform 5 Tiroler Gletscher Wissen zu Social Networks angeeignet und darauf haben wir dann auch unser Konzept aufgebaut, wobei ich hier nicht von einer wirklichen Strategie sprechen kann.

Welche Social Networks verwendet ihr und warum?
Wir wissen wen wir mit unserer Facebook-Seite ansprechen können und sind auf flickr und YouTube aktiv, Twitter eignet sich für Marketing meiner Meinung nach im deutschsprachigen Raum noch nicht so gut, wichtig ist jedoch auch hier für die Zukunft gerüstet zu sein. Bei YouTube muss man schon mehr Anreize bieten um die Leute dorthin zu bekommen, Facebook ist zur Zeit aber sicher das geläufigste Thema in Österreich.

Wie lange bloggt ihr schon?
Seit Anfang Februar 2009 haben wir unsere Facebook Seite, die mittlerweile über 3.200 Leuten gefällt. Uns war sehr wichtig, die Jungen Leute bereits im Vorfeld der Eröffnung zu erreichen und mit den Social Networks die Mundpropaganda zu verstärken, die uns natürlich sehr hilft.

Habt ihr schon viel Interaktion auf euren Profilen?
Momentan haben wir sehr viele Kommentare auf Facebook. Sobald wir dann die Gäste begrüßen dürfen, erwarten wir natürlich auch entsprechende Fotos und Videos. Unsere Gäste haben dann natürlich viel mehr Möglichkeiten Teil der AREA 47 zu werden. Auch mit Gewinnspielen wollen wir noch mehr Leute begeistern.

Wie wichtig ist euch der Newsletter, kann er durch Social Networks ersetzt werden?
Der Newsletter ist für unser Publikum schon noch sehr wichtig, da wir auch viele Gäste haben, die nicht mit Facebook aufgewachsen sind. Die wollen einfach noch die Infos per E-Mail erhalten. Bei 14-Jährigen ist das natürlich anderes, die erklären schon uns wie Facebook richtig funktioniert.

Produziert ihr extra für YouTube oder stellt ihr „Werbevideos“ hinein?
Beides trifft zu. Amateurvideos sind auf alle Fälle wichtig für uns, da diese authentisch sind. Der Konsument erkennt sich dort viel eher wieder als auf einem professionellen Video.

Kannst du uns den „Schrei-Contest“ erklären?
Ja…es ging darum, den Schrei „47. Breitengrad“ zusammen mit einer Aktion durch Teilnehmer zu bringen. Das war ein netter Feldversuch der leider nicht funktioniert hat. Uns hat das klar die Grenzen von Web 2.0 aufgezeigt, denn man darf sich nicht zu 100 % darauf verlassen und ausschließlich mit diesem Kanal arbeiten. Wir wollen jedoch auch weiterhin Sachen ausprobieren, da praktisch keine Kosten entstehen und man schnell sehen kann welche Themen ankommen und welche nicht.

Wer bloggt bei euch?
Ötztal-TV betreut unsere AREA 47 YouTube-Kanal. Facebook wird von uns selbst aber auch von unserer PR-Agentur betreut. Es ist momentan einfach nicht die Zeit vorhanden, dass wir selbst die ganze Betreuung übernehmen könnten.

Wieviel Zeit steckt ihr pro Woche in Social Media?
In Summe circa sieben bis zehn Stunden pro Woche. Ich starte um 7.00 Uhr in der Früh und checke circa 20 Minuten die Facebook-Einträge und antworte auf Kommentare oder poste etwas Neues, oder eben unsere PR-Agentur. Als Nächstes dann zu Mittag und Abends nochmals 20 Minuten. Wir nehmen das sehr ernst und daher ist es fixer Bestandteil im Tagesablauf und das sieben Tage in der Woche.

Messt ihr den Erfolge, habt ihr Monitoring-Tools im Einsatz?
Wir verwenden für Social Media zur Zeit keine Software sondern machen das alles manuell und schauen, wie gesagt, selbst mehrmals täglich hinein um zu sehen, was passiert.

Habt ihr durch Social Media mehr Traffic auf eurer Website?
Wir messen natürlich die Trafficquellen aber zur Zeit habe ich keine Informationen diesbezüglich. Ich glaube, dass das bei uns auch schwanken wird, da wir viele Events haben wo wir viele Klicks auf die Website haben werden. Interessant sind diese Daten natürlich am Jahres- oder Saisonende weil darauf unsere Strategie für das folgende Jahr basiert.

Erhoffst du dir einen Einfluss auf die Marke durch euer Social Media Engagement?
Auf jeden Fall – bei uns ist Social  Media ja jetzt schon das zentrale Element in unserer Kommunikation und es gehen ja jetzt schon 60 Prozent unseres Kommunikationsaufwandes dorthin.

Hat euch Social Media für euer positives Image geholfen?
Definitiv. Wir sind überzeugt, dass Social Media sehr stark zu unserem Image beigetragen hat.

Vielen Dank Chris für das Gespräch!

Mittlerweile sind wir auch beim Möbelhaus in Imst angekommen und machen uns nun auf die Suche nach einer würdigen Promi-Couch…