20
Jul

Werbeplanung.at Summit 12 – Österreichs größte Konferenz für digitales Marketing

Hofburg WienDer Werbeplanung.at-Summit 12 ist die größte und wichtigste Konferenz für digitales Marketing in Österreich und fand heuer am 12. und 13. Juli in der Wiener Hofburg statt.

Umso mehr war ich erfreut, dass ich von den Organisatoren zu diesem Event eingeladen wurde. Neben hochkarätigen Vorträgen und Diskussionsrunden gab es auch eine Expo mit zahlreichen Ständen. Beeindruckend war jedenfalls schon die Location, das geschichtsträchtige politische Machtzentrum Österreichs, die Wiener Hofburg. Zwischen Kronleuchtern, rotem Teppich und Kaiser Franz Josef I., ging es um Fortschritt in Kommunikation und Werbung. Welch krasser Gegensatz zum ehemaligen Hausherren.Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.

Keynote von Matt Brittin, Google

Niemand geringerer als der oberste Googler Europas, Matt Brittin (@MattBrittin), eröffnete den Summit 12. In seiner Keynote zeigte er Trends rund um die Nutzung von Internetdiensten und Technologien auf. Eine Herausforderung dabei ist, Inhalte auf allen Screens sichtbar machen zu können. Auf die (längst bekannten) QR-Codes ging er ebenso ein – “Dead trees are alive again”. Sind QR-Codes noch im Trend oder bereits etabliert? E-Commerce wird zu Commerce, Britin meint damit, dass der Unterschied immer mehr verschwindet. Es spielt keine Rolle mehr wo man kauft, das Internet ist immer öfters involviert. Produkte werden auf Postern in der U-Bahnstation mittels Smartphone fotografiert und bestellt und zwar online. Das war eine Kampagne von Tesco:

“Acceleration of everything” (Matt Brittin, Google)

Matt Brittin (Google)

Alles wird also schneller und das Internet ist in der Hosentasche, das kommt mir bekannt vor. Weiter geht’s mit einer Online-Dating-Story von Sally und Alex auf die ich jedoch nicht näher eingehen möchte. Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens sollte das Web nutzen, auch solche die nicht Online Marketing betreiben. “Make better decisions” – also bessere Entscheidungen treffen und viel produktiver arbeiten, das ist möglich durch die Nutzung des Internets. Ein Tool dazu ist Google Insights – hat das zuwenige Nutzer? Insgesamt eine Keynote, die nur deshalb interessant war, weil sie vom Google Europa-Boss gehalten wurde und internationales Flair in den ehemaligen Thronsaal der Habsburger brachte. Neuere Erkenntnisse wurden nicht verlautbart.

Mediengipfel

Beim Mediengipfel diskutierten die führenden Medienhäuser und Vermarkter: was sie planen, wohin sie wollen und welche Optionen sich daraus für die werbetreibende Wirtschaft ergeben. Moderiert wurde das ganze vom ZIB-2 Anchorman Armin Wolf (@ArminWolf) in gewohnt professioneller Weise. Die Teilnehmer waren: Axel Bogocz (@SuperXL, Verlagsgruppe News), Wolfgang Bretschko (@wolfrbr, Styria Media Group AG), Patricia Käfer (@patriciakaefer, Medienhaus Wien), Peter Mayrhofer (@MayrhoferPeter, twyn group), Thomas Prantner (@ThomasPrantner, ORF), Christopher Sima (UIM United Internet Media)

Auf die Eingangsfrage ob denn Google ein Konkurrent sei, antwortete Bretschko er habe ein entspanntes Verhältnis. “Google ist auch ein guter Kunde und hat einen Push gebracht”, meint Sima. Die Online-Nutzung der Printmedien ist sehr stark, jedoch wird von Print oftmals direkt auf das iPad transferiert anstatt den interaktiven Rückkanal von elektronischen Medien zu nutzen. Der Werbemarkt ist in Österreich stark unterentwickelt, so kommt für den Werbemarkt nach Fernsehen Print und nicht das Internet. Zudem sieht Prantner Google’s Vormacht kritisch – österreichische Unternehmen müssten halt innovativer sein. Wenn die Mehrheit digitale Medien nutzt, werden über kurz oder lang auch die Budgets dorthin verlagert. Klingt logisch, wird aber wohl eine Generationenfrage bleiben. Österreich unterschätzt zudem die Dynamik des Internets, gleichzeitig muss man an jene Massen denken, die man mit dem Internet nicht erreicht. Online Werbung hat jedenfalls ihre Berechtigung, denn sie wird genutzt. Wenngleich jedem die berüchtigten Banner zum Großteil nerven. Kritik gabs auch an der Querfinanzierung des ORF durch die Werbung. In Deutschland ist das bei öffentlichen Fernsehanstalten in diesem Ausmaß wie beim ORF undenkbar. Diese Werbebudgets fehlen ja schließlich der Privatwirtschaft. Unabhängig davon muss der Kundennutzen bei Online-Werbung klar ersichtlich sein, es muss mehr Professionalisierung geben um dieses Ziel zu erreichen, Google macht’s vor wie es geht. Denn Prozesse und Strukturen sind die Voraussetzungen für einen professionellen Market aber zur Zeit ist die Online-Werbung noch viel zu komplex. Verhindern könnten dies Datenschützer, etwa mit dem Verbot von Cookies. Das wäre für die Industrie eine mittlere Katastrophe. Cookies verbieten hilft nämlich nur den großen Playern, die mittels Registrierungsmethoden die fehlenden Informationen, die Cookies liefern, ausgleichen können. Zurück zur Querfinanzierung des ORF: hier sieht man die Videovermarktung als starken Zukunftstrend und Finanzierungsmöglichkeit. Wobei hier die Qualität des Content ganz ausschlaggebend sein wird. Über den Vorschlag des VÖZ eine “Online Werbeabgabe” einzuführen, ähnlich jener im Printbereich, herrscht breite Verneinung und Kopfschütteln. Nicht alle im Vorstand des VÖZ (Bretschko) sind für das Social Media-Verbot des ORF, das auch hier nicht nur vom ORF (Prantner) als indiskutabel belächelt wird. Auf die etwas provokante Frage von Wolf ob denn Social Media “durch sei”, war man der Meinung, dass etwa Facebook ein wichtiger Trafficbringer sei und es unrealistisch ist, dass der “Social Media Hype” vorbei ist.Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.

Fazit

Mir stellt sich die Frage wie lange etwas ein “Hype” sein kann. Weiters interessant war die Feststellung der Werbeprofis, dass Social Media kein wirklich relevanter Werbekanal sei. Das zeigt  mir, dass die klassische Werbeindustrie Social Media noch immer nicht richtig einschätzen kann oder verstanden hat. Thomas Koch hatte dazu ein passendes Zitat am folgenden Tag.

Tabletts & Co

Stefan Kaltenbrunner (@skaltenbrunner, DATUM)

Kaltenbrunner erklärte den Werdegang der DATUM-App für’s iPad. DATUM war vor circa zwei Jahren die erste Magazin-App in Österreich, hat also mit dem Erscheinen des iPad in Österreich hier eine Vorreiterrolle eingenommen. Wichtig war für DATUM die Entstehung aus dem Print-Workflow sowie die Refinanzierung über Werbemöglichkeiten. Sie wollten jedoch keine einfache PDF-Version als App. Es sollte jedoch immer ein Lesermagazin und kein Multimedia-Magazin bleiben. Der Grund für die App war im Marketing zur Lesergewinnung zu sehen. Momentan ist die App noch gratis, ab 15.000 Nutzer wird sie kostenpflichtig werden. Laut Kaltenbrunner wird das iPad Print nicht ersetzen, stellt aber den Content neu dar, interpretiert ihn und bringt neue Werbemöglichkeiten. Interessant ist sicher auch die App für Datum Motor als “digitale Lineextension”.Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.

Peter Krotky (@DiePressecom, Die Presse)

Bei der “Presse” war klar, dass ihre App auf das Wesentliche reduziert werden muss, also kein Schnickschnack, sprich Multimedia. Wichtig war auch hier, dass der Content vollautomatisiert eingepflegt wird und kein laufender Aufwand entsteht. Weiters war klar, dass es eine native App und keine HTML-App wird. Die Presse möchte auch inhouse entsprechende technische Kapazitäten aufbauen. Die Verteilung zwischen der iPhone-Nutzung und der iPad-Nutzung liegt bei 2/3 für das iPhone. Die Nutzungsintensität ist drei mal so hoch wie im Web. Interessant: ab Freitag nimmt die Web-Nutzung merkbar übers Wochenende ab, die App-Nutzung hingegen bleibt beinahe konstant. Die App wird morgens und abends am meisten genutzt, wenn die Leser in den Öffis sind. Die Erwartungen der Leser an Apps – und damit auch der Aufwand für die Verlage – steigen weiter. Die Aussage von Mathias Döpfner, dass Steve Jobs die Verlagsbranche gerettet hat, ist jedenfalls nach zwei Jahren nicht haltbar.

Jörg Plathner (@MairDumontDigit, MairDumont)

MairDumont ist eine große Reiseverlagsgruppe mit Marken wie Falk, Kompass, Baedecker, lonley planet, Dumont, etc., welche die Medienkovergenz frühzeitig angegangen ist. Sie haben also schon 2009 die erste App veröffentlicht. Der damalige App-Entwickler ist mittlerweile nicht mehr im Geschäft und deshalb bekommen sie die alten Apps nicht aus dem App-Store, sehr ärgerlich. 2010 hat MairDumont Magazine aus dem Verlag 1:1 in Apps transportiert. Dann gab’s ein Umdenken im Haus – man stellte sich die Frage, ob denn mit Apps Geld verdienen solle oder sie als strategisches Tool eingesetzt werden sollen. Ein Reiseführer kann jedenfalls nicht als PDF-App kommen. Der Unterschied zu normalen Reiseführern, ist dass Experten die beste Pizzeria vor Ort wählen. Anmerkung: Ich glaube eher, das machen die User auf Social Media-Plattformen und Google besser. Für Plathner ähneln sich Tablets und das Web im Nutzerverhalten. Und zum Thema Reisen, die werden ohnehin zu 90% im Internet gebucht. Die Marco Polo travel magazine-App finanziert sich aus Werbung, weiters gibt es Monetarisierung über eBooks und bei der Reise-App wird Geld via Verkauf der App plus Werbeerlöse verdient. Ein wichtiges Learning: die Datenbasis muss digital vorhanden sein und zwar möglichst granuliert. Overengineering sollte vermieden werden – also etwas machen nur weil man es kann, ob’s der Kunde braucht, ist irrelevant. Der Portierungsaufwand sollte minimiert werden, in dem man Features verringert. Das Freemium-Modell hat sich als am sinnvollsten erwiesen.

In der Fragerunde gab’s das Statement, dass in Österreich mit App-Verkäufen kein Geld vereinbar ist, das es nur 200.000 iPads gibt. Bei bezahlbaren Apps gibt’s einen Trade-Off mit den Nutzerzahlen. Je mehr die Apps kosten desto weniger Nutzer hat die App und damit sinkt die Reichweite für Werbekunden.

Video Advertising

Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.Andrea Malaga (Mediaplus) erklärt, die Brutto-Werbeinvestionen in Bewegtbild steigen stetig, schließlich sind 80% der Kaufentscheidungen emotional. Was die Transmedialität betrifft, so werden Inhalte entsprechend der Zeitachse entsprechend oft gespielt. Das Problem ist, dass es keine konsolidierten Daten über den Markt gibt. Die TV-Digitalisierung ist in den USA mit 91% jener in Deutschland weit voraus – dort sind es 68%. Wobei in Deutschland 17% einen TV mit Internet besitzen. Davon sind aber nur 60% auch angeschlossen und davon wird wiederum die Hälfte entsprechend genutzt. Die tatsächliche Nutzung von SmartTV liegt in Deutschland also gerade mal 5,1%. Dabei ist Fernsehen eines der meist diskutierten Themen im Social Web.

„Television is the next big thing“ (Salman Amin, CMO, PepsiCo)

Pepsi hatte Millionen an Social Media-Kontakten, nachdem sie ganze Budget in Online-Marketing gesteckt hatten. Das Ergebnis war ernüchternd, denn die Verkaufszahlen sind um 8% gefallen. Daher braucht man auch klassische Medien, die einen “Abstrahleffekt” auf andere Medien besitzen. Weiters interessante Aussage: “Video will eat the Internet” – wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Internetuser 50 Minuten Videos pro Tag schaut.

Ina Bauer (@inabauer, ATV)

…gibt interessante Einblicke die Erfahrungen und die Strategie von ATV’s Mediathek. Dort gab es anfangs nämlich Befürchtungen einer drohenden Kannibalisierung, also die Online-Zuseher ersetzen die TV-Zuseher. Diese trat jedoch nicht ein.

Sabine Liehr (@3Oesterreich, Hutchison 3G Austria)

…meinte, dass die Videoinhalte zu 70% mobil zugegriffen werden. Problematisch ist vor allem “7 screens 1 spot” – also das die Inhalte auf verschiedenen Displays exakt gleich dargestellt werden. Im Kommen sind auch interaktive Video-Ads mit Links zu Online-Shops oder Facebook-Seiten. TV-Werbung wird nur der Eckpfeiler sein, um auf die vollständige digitale Markenexperience aufmerksam zu machen.

Branding

Eine interessante Runde zum Thema Branding mit folgendem Inhalt:

Matthias Zacek (news networld)

Werbung auf journalistischen Portalen funktioniert besser als auf anderen. Wichtig sind dabei Inspiration+Information, bevor geklickt wird muss Branding passieren. Branding ist der Beginn aller guten Markenstrategien. Branding 2.0 besteht aus Bewertungen und kann sich viral verbreiten. Passende KPIs sind dabei: Adquality (Zeit, Größe, Clutter, Kreation) und der Zielgruppen-KPI ist im Branding 2.0 die Bewertung. Das Beispiel mit den Entscheidungen zum Autokauf konnte ich so nicht ganz nachvollziehen, da der Preis nicht angeführt war: Für welches Auto entscheiden Sie sich  - für jenes mit wenig Features oder für das mit den vielen Features? Für das mit den vielen. Nach der Auflösung gab’s den Markenstrip: das mit den wenigen war ein Porsche und das mit den vielen ein Lada.

Lars Janzik (@MonsterDE, Monster Worldwide Deutschland GmbH)

Monster schafft Vertrauen – coole Ansage! Wichtig ist natürlich die Transparenz der Unternehmen. Potentielle Mitarbeiter schauen sich die Unternehmen nämlich genau an, bevor sie sich bewerben. Bewerber geben dann in acht Wochen Bescheid ob sie den Job überhaupt annehmen. Da läuft doch was verkehrt, mag sich so mancher Personaler denken. Die Realität ist aber so. Mitarbeiter-Empfehlungen werden auch immer wichtiger. Stellenanzeigen gehören natürlich auch auf Facebook. Mit BeKnown von monster kann man gezielt Facebook nutzen, um einen neuen Job zu bekommen. Unternehmen können dort ihr eigenes Profil anlegen und dadurch die Talente finden das wird nämlich immer schwieriger. Das Schlagwort im Personalbereich lautet momentan wohl “Social Recruiting”: Jobs + Social Media = notwendige Reichweite. Mit Social Media lassen sich Empfehlungen nutzen und zugleich die Arbeitgebermarke bei den Kandidaten von morgen stärken.

Isabella Reichl (@_austrian, Austrian)

Die “AUA” bleibt trotz längerer Krise ihrer Markenstrategie treu, wobei es eine Repositionierung der Marke gibt. Die Erhöhung der Bekanntheit funktioniert nicht wenn man nur Online macht. Online bringt jedoch etwas für das Image. Erfolgreich war in Österreich das Facebook-Game “My Austrian Jet” mit den Sitzplätzen, in Deutschland hat es hingegen überhaupt nicht funktioniert weil es dort nicht die notwendige Markenbekanntheit gibt. Die ist dafür in Teilen Osteuropas höher.

Thomas Holzhuber (@helloimpaction, holzhuber impaction)

Die Einführung des VW up! in Österreich ist eine reine “Facebook-Einführung”. Auf dem up!-Gewinnspiel auf Facebook wurden 300 Testfahrer gesucht die möglichst aktiv über den up! berichten sollen. Von “Helfern” können die Beiträge in den Blogs der Testfahrer bewertet und kommentiert werden. Als Helfer kann man dadurch Punkte sammeln und erhöht somit die Chancen. Zusätzlich gibt’s noch zahlreiche andere Features wie Abzeichen, auch haben die User eine eigene Facebook-Seite erhalten. Unter den aktivsten werden dann drei up!s verlost. Dieses Gewinnspiel sticht wirklich hervor und ist sehr aufwändig und professionell umgesetzt.

Olaf Nitz (@onitz, Österreich Werbung)

Die ÖW hat selbstverständlich eine professionelle Marketingstrategie für das Internet. Wichtig ist der Hinweis, dass Branding nicht gleich E-Commerce und auch nicht unbedingt Reichweite bedeutet. Nitz erklärt die einzelnen Phasen Input – Output – Outcome – Outflow, das klang alles logisch und nachvollziehbar. Es geht im Endeffekt um die Entscheidung wohin die Ressourcen gehen sollten. Eine Gewichtung hilft dabei die Messbarkeit einzubringen, um diese Entscheidungen zu treffen. Diese wird mit Sichkontakten multipliziert und ergibt somit eine strategische Streuung für Paid, Earned und Owned Content.

Diskussion

Auf die Frage ob jemand einen Kontrollverlust bei Kampagnen hat, meint Isabella Reichl (AUA), dass es zu Beginn viel Trial-and-Error gegeben hat, mittlerweile jedoch die Entscheidungen auf gemessenen Ergebnissen beruhen. Die Marke hat nie Kontrolle gehabt, nur das Podium hat sich vergrößert, so eine andere Meinung. Die Messbarkeit ist jedoch für Branding schwierig. Eigene KPI’s, also Gewichtungen in den Mediengattungen Earned, Paid und Owned helfen weiter. Die klassischen Reichweiteninstitute sind nämlich nicht in der Lage neue Reichweiten zu messen, wie etwa die von Facebook. Die Messung von Werbung ist jedoch mittels Befragung immer möglich, mit dem vorher/nachher-Vergleich. Facebook sollte in dieser Hinsicht auf Nutzerseite transparenter werden und sich nicht ales Datenkrake aufspielen. Anmerkung: die Reichweite liefert Facebook ganz genau. Blogger: Auf die Frage ob Blogger für Branding eingesetzt werden, gab’s Antworten wie “Blogger beeinflussen ist heikel”, “es leidet die Glaubwürdigkeit wenn man deren Meinung kauft”.

 

Werbegipfel

Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.Moderation: Dr. Armin Wolf (@ArminWolf, ORF), Michael Ströck (@KochAbo_at, kochabo.at), Thomas Koch (@ufomedia, TK-One), Tanja Sourek (@A1Telekom, A1 Telekom Austria AG), Daniela Terbu (@coolhunterin, Coolhunting), Gertraud Burtscher (@SPARoesterreich, INTERSPAR)

Der Werbegipfel war zweifelsohne eines der Highlights der zweitätigen Konferenz. Mit dabei war für mich auch das Statement des Tages von Thomas Koch. Schade, dass er nicht beim Mediengipfel am ersten Tag bei den Verlegern mit dabei war – da wär’s mit Sicherheit rund gegangen. Haarsträubend waren die Aussagen zu Bloggern und einer Facebook-Seite. Die Bannerwerbung kam eigentlich über die gesamten zwei Tage nicht gut weg. Es fehlt an Kreativität und an der Akzeptanz der Nutzer – wer klickt schon freiwillig auf Werbebanner?

“Wenn Printmedien auf die Frage antworten, ob denn Facebook für sie ein Mitbewerber sei und diese das verneinen, dann haben die nicht einmal die Frage verstanden.” (Thomas Koch, TK-One)

“Die Klickzählerei hat nach 17 Jahren nichts außer einem neuen Abrechnungsmodell gebracht. Es fehlen Standards für die Messbarkeit.”  (Thomas Koch, TK-One)

“Bei der Zusammenführung von A1 Marken hatte Online einen 17%-Anteil im Mediamix.” (Tanja Sourek, A1 Telekom Austria AG)

Junge Leute senken Printkonsum und ändern TV-Konsum. Print wird auf völlig anderem Niveau und für andere Zielgruppen weiterexistieren. TV wird nicht so schnell verschwinden. (Thomas Koch, TK-One)

“Was mich immer schon gestört hat ist, dass die Ausgaben in Print nicht messbar sind. Wer als Startup nicht mind. 8h via Telefon, E-Mail oder Livechat erreichbar ist, macht etwas Grundlegendes falsch. Livechat hat uns sehr viel gebracht.” Michael Ströck (kochabo.at)

Thomas Koch Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.Und jetzt das Hammer-Zitat zur Facebook-Seite. Sowas kann eigentlich nur jemand sagen, der Facebook-Aktien besitzt:

“Wir wollen auf Facebook keine Suderanten, die sich über alles beschweren, sondern wir wollen dort richtige Fans. Das mag zwar etwas arrogant klingen aber wir setzen im Kundenservice auf andere Kanäle.” Gertraud Burtscher (INTERSPAR)

Das war’s aber noch nicht ganz…es kommt noch ein Zitat aus der Social Media-Verdrängungsecke:

“Es gibt keine relevanten Blogger in Österreich. Außerdem ist es zu riskant wenn die etwas Negatives schreiben, das verbreitet sich dann wie ein Virus, so wie jemand Grippe hätte.”

Weiterer Kommentar überflüssig, im Gegensatz zum Beitrag von Foxy (@YouFox) “Manche Blogger haben Grippe”.

Reputation

Moderation: Sabine Hoffmann (@actiongirl74, ambuzzador), Franz Zeller (@ffrenkie, Ö1)

Referenten: Robert Beer (@beersocial, XING), Ali Mahlodji (@mahlo, Whatchado), Michael Schacherhofer (@unsereOEBB, ÖBB), Robert Seeger (Social Media Berater)

Werbeplanung.at Summit 12 in der Hofburg Wien.Die meisten der Vorträge waren eigentlich sehr spannend, das Projekt Whatchado hat mich dabei am meisten beeindruckt. Ebenfalls das Projekt der ÖBB – die Aufnahme von Obdachlosen in die Bahnhöfe im kalten Feber. Eigentlich war das ja ursprünglich kein ÖBB-Projekt sondern ist auf Druck und Bitte von Facebook-Nutzern entstanden, wie auch im Vortrag von Michael Schacherhofer klar kommuniziert wurde. Der Vortrag von Social Media-Berater Robert Seeger war erfrischend abwechslungsreich, vor allem in der Rhetorik – weiß nicht ob die ORF-Sport-Legende verwandt ist? Jedenfalls kam er nicht im Norweger-Pullover sondern im Metal-Shirt. Wichtig: Reputation erhält man immer FÜR etwas. Man muss also etwas gut tun und nicht unbedingt Gutes tun, oder so. Der “Chief Story Teller” von Watchado wird jedenfalls seinem Jobtitel gerecht – wer kommt schon auf die Idee, einen U-Bahnfahrer zu interviewen? Das ist Teil dieser Plattform, die man sich nicht nur als Jobsuchender mal anschauen sollte.

Kreativgipfel

Moderation: Maximilian Mondel (@MaxiMondel, Werbeplanung.at), Alexander Schill (@serviceplaner, Serviceplan), Antonia Tritthart (@Antonia_Tri, Traktor Werbeagentur)

Das Beste kommt immer zum Schluss. Der Kreativgipfel war mit Sicherheit durch den Vortrag von Alex Schill ein Genuss. Die Beispiele von Antonia Tritthart vom Lion waren es ebenfalls Wert, bis zum Schluss durchzuhalten.

“Werbung interessiert eigentlich niemanden, außer die Werbebranche.” Alexander Schill (Serviceplan)

Schill präsentierte einige hervorragende Beispiele von anderen Agenturen und auch seiner eigenen.

Zu guter Letzt präsentierte Cannes-Lion-Jurymitglied Antonia Tritthart einige beeindruckende Kampagnen-Beispiele der Gewinner des Cannes Lion. Bekannt dürfte Intel’s Museum of me sein. Nicht ganz positiv würde ich die Twitter-Kampagne von Sweden (“I’m Sweden”) sehen, denn da hat es ja auch einen Shitstorm gegeben, der unerwähnt blieb. Beeindruckend nicht nur für Naturliebhaber war die interaktive Dokumentation Bear71, ein Grizzley-Bär der mit drei Jahren gechippt und sein ganzes Leben im Banff National Park mit Kameras gefilmt wurde. American Express gewann mit dem Small Business Saturday – einem Shoppingtag an dem kleine Geschäfte unterstützt wurden. All is Not Lost ist ein “Video Dance Messenger”. Sehenswert für Frauen: “Don’t make-up and drive“. Der Gewinner war Nike+ FuelBand – interessant auch deshalb, da die Digital-Agentur von Nike auch mit der gesamten Produktentwicklung beauftragt wurde. Kann man sich eigentlich nur in den USA vorstellen. Am besten hat mir das The Liberation von ONLY Jeans gefallen. Es ist ein interaktives Shopping Video das eine Geschichte von vier jungen Mädels erzählt. Während des Films kann der User Handlungen beeinflussen und den Film stoppen und Kleidungsstücke der Darsteller anklicken und kaufen. Erinnerte mich irgendwie an die alten Adventure Games wie Indiana Jones.

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Fazit

Der Summit 12 war jedenfalls eine Reise von Innsbruck nach Wien wert. Nicht zuletzt deshalb, weil ich dort zahlreiche BranchenkollegInnen traf. Die Vorträge und Diskussionsrunden waren großteils sehr informativ, teilweise gab’s jedoch inhaltliche Pausen. Das Thema Werbebanner war quasi der running gag. Man merkte natürlich auch, dass hier vor allem die Werbeplaner zu Wort kamen und wohl auch viele von den 2.000 Teilnehmern in diesem Bereich tätig sind. Der kreative Teil kam daher etwas kürzer – vielleicht wäre ein “Kreativ Summit” ein interessanter Event. Die Organisation und die zahlreichen Mitarbeiter vor Ort sowie das Catering waren ausgezeichnet und übertraf meine Erwartungen. Kleine Ausnahme: in der letzten Pause wurden kaum mehr Getränke ausgegeben und der doch etwas längere Weg an die Frischluft führte zwangsweise durch die Expo. Alles in allem war es ein gelungener Event dem ich jedem in der Werbe- oder Kommunikationsbranche nur empfehlen kann.

29
Jun

Top-10 Gründe für den Werbeplanung.at Summit!

Ich wurde zum Werbeplanung.at Summit vom 12. bis 13. Juli 2012 in der Wiener Hofburg eingeladen und werde von dort aus (live) berichten. Es handelt sich dabei um Österreichs größte und wichtigste Konferenz und Messe zum Thema digitales Marketing. Hochkarätige Vorträge und namhafte Branchenunternehmen sind dort vertreten.

Top-10 Gründe für den Werbeplanung.at Summit!

 

1.: Google Europa-Chef Matt Brittin eröffnet die Confernce mit einer visionären Keynote.

2.: Führende Vertreter von Medien und Vermarktern sprechen am Donnerstagvormittag im Rahmen des Medien- & Vermarktergipfels über Knackpunkte und Optionen des Digital-Marketings aus ihrer Sicht. Moderator Armin Wolf fühlt u.a. Axel Bogocz von der Verlagsgruppe NEWS und Thomas Prantner vom ORF auf den Zahn.

3.: Gerald Reischl von futurezone.at blickt mit den Referenten des eMobility Panels in die Zukunft. Unternehmensvertreter von AutoScout24.at, AT&S, Austria Tech und Kapsch Traffic Com diskutieren über E-Mobilität 2020.

4.: Die Diskussionsrunde zum Thema Audience Measurement wird sicher spannend. Mit Lilian Meyer-Janzek diskutieren Unternehmensvertreter von ATV, EVN, MediaCom und der ÖWA.

5.: Gleich sechs Tracks widmen sich ausschließlich spannenden Trendthemen wie eHealth,Connected CitiesCrowdfundingDisrupting News und The Power of We.

6.: Kennen Sie Design Thinking? Wie es funktioniert und wie damit erstaunliche Erfolge erzielt werden, lernen Sie unter der Anleitung von Thomas Holzhuber von holzhuber impaction.

7.: ORF-Moderator Armin Wolf wird beim Werbegipfel die Frage stellen, ob Marken im Netz überhaupt noch geführt werden können. Antworten geben u.a. Gertraud Burtscher von Interspar und Tanja Sourek von A1 Telekom.

8.: Nutzen Sie den entspannten Rahmen der Conference-Party im Volksgarten Wien (powered by IP NOW) zum gepflegten Austausch mit rund 500 Branchen-Experten.

9.: Gleich vier spannende Case Studies verspricht der Track Branding mit Präsentationen vonAUA, news networld, Monster und Österreich Werbung.

10.: Den krönenden Abschluss bildet heuer der Kreativgipfel, bei dem Cyber-Lions-Jury-Mitglied Antonia Tritthart von Traktor und Alex Schill von Serviceplan Deutschland ihre Lieblingsarbeiten unter den kreativsten Online-Kampagnen der Welt präsentieren werden.

Wer nicht dabei sein kann, kann den Summit live via Twitter #wpsummit, @webzucker verfolgen. Auch hier im Blog werde ich natürlich darüber berichten!

Gewinne ein Ticket im Wert von 540 €!

Unter den Kommentaren auf diesen Artikel wird ein Conference-Ticket im Wert von 540 € verlost. Also mitmachen oder via Facebook und Twitter weiterempfehlen, danke!

Teilnahmeschluss ist der 5.7.2012. Das Ticket wird zugesandt oder liegt an der Registrierung auf. Der Gewinner wird per Zufall ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der Gewinner ist: Thomas Pichler – herzliche Gratulation!