“Nackt im Netz – Wenn Social Media gefährlich wird” – Rezension und Gewinnspiel

Buchrezension

Autorin: Simone Janson. Redline Verlag, 1. Auflage 2011.

„Was Nutzer wollen und was Datenschützer für richtig halten sind oft zwei Paar Schuhe.“ Das ist ein Zitat aus diesem – gleich vorweg – lesenswerten Buch. Spätestens seit dem Börsengang von Facebook im Mai 2012, sind soziale Netzwerke einer wirklich breiten Öffentlichkeit bekannt und stehen längst in der Kritik von Datenschützern. Und das zum Teil zu Recht. Ganz im Gegenteil der “Post Privacy”-Vertreter, die behaupten die Privatsphäre sei überholt und es ginge auch ohne.

Lieber nackt in der Sauna als nackt im Netz? 

Simone Janson gibt einen interessanten Streifzug zur Thematik in kurzweiligem Stil. Die vielen Zitate aus der Praxis sind eine hervorragende Ergänzung und helfen den Text noch leichter zu verstehen. Abgerundet werden die einzelnen Kapitel mit Checklisten und Tipps. Eingangs werden die Gründe, warum wir uns eigentlich bei sozialen Netzwerken anmelden, erörtert. Eine Rolle spielt dabei auch die Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung – gibt’s die überhaupt noch? Damit man die zusätzlichen Informationsquellen und den Kommunikationszwang halbwegs auf die Reihe kriegt, kann man die vorgestellten Tools verwenden. Nicht ganz teile ich persönlich den Standpunkt, dass Reputationsmanagement für Unternehmen ein Mythos ist, jedoch sind die Argumente dahingehend interessant. Der eigentliche Hauptteil des Buches ist meiner Meinung nach das letzte Kapitel wo es um Datenschutz und Datenhysterie geht. Um die eigene Identität im Netz und wie man sich entsprechend schützen kann. Interessant ist der Standpunkt der Autorin deswegen, weil sie sich weder als Datenschützerin noch als Post-Privacy-Verfechterin gibt. Und da liegt sie meiner Meinung nach auch genau richtig. Wenn man bedenkt, wie oft man Daten unbemerkt und selbstverständlich weitergibt, ist die freiwillige Weitergabe von mehr oder weniger relevanten Informationen in sozialen Netzwerken im Vergleich geradezu harmlos – Stichwort “Vorratsdatenspeicherung”. Ein abschreckendes Zitat aus dem Buch: “Wenn es etwas gibt, das sie niemanden wissen lassen wollen, dann sollten sie es vielleicht gar nicht erst tun.” (Google’s Ex-CEO Eric Schmidt). Das sitzt.

Ich finde das Buch ist eine gelungene Darstellung der Privatsphären-Problematik sozialer Netzwerke, unserem Verhalten und unserer Unkenntnis dahingehend, gespickt mit zahlreichen praktischen Tipps. Etwas enttäuscht bin ich vom Untertitel, der eigentlich eine heftige Kritik von sozialen Netzwerken verspricht und deshalb auch für mich ein Kaufgrund war. Insgesamt gibt das Buch jedoch einen objektiven Überblick zur Thematik.

Gewinne eine Ausgabe von
Nackt im Netz: Wenn Social Media gefährlich wird !

Gewinnfrage:  Was versteht man unter Post-Privacy?

Die Antwort als Kommentar hinterlassen. Die beste Erklärung gewinnt eine Ausgabe des Buches  - bitte keine Wikipedia Copy-Pastes :-)

Gewinnspielende ist der 15. Juni 2012. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

 

Bild: Redline Verlag

Über Marco Wegleiter

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